{"id":5033,"date":"1987-01-14T19:30:36","date_gmt":"1987-01-14T18:30:36","guid":{"rendered":"http:\/\/schager.servus.at\/?p=5033"},"modified":"2014-08-28T23:18:05","modified_gmt":"2014-08-28T21:18:05","slug":"peter-kraml-herbert-schager","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schager.servus.at\/?p=5033","title":{"rendered":"PETER KRAML: Herbert Schager"},"content":{"rendered":"<div><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica,sans-serif; font-size: big;\"><strong>Herbert Schager: Welch ein Mensch!<br \/>\n<\/strong><\/span><span style=\"color: #666666; font-family: Verdana,Arial,Helvetica,sans-serif; font-size: middle;\">50 Bl\u00e4tter nach der ECCE-HOMO-Mappe von GEORGE GROSZ<br \/>\n<\/span><\/div>\n<div><!--more--><\/div>\n<div><span style=\"color: #666666; font-family: Verdana,Arial,Helvetica,sans-serif; font-size: middle;\"><br \/>\n<\/span><\/div>\n<div style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #666666; font-family: Verdana,Arial,Helvetica,sans-serif; font-size: middle;\"><a href=\"http:\/\/schager.servus.at\/wp-content\/uploads\/1997\/01\/verlobung.jpg\" rel=\"lightbox[5033]\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-5038\" title=\"verlobung\" src=\"http:\/\/schager.servus.at\/wp-content\/uploads\/1997\/01\/verlobung.jpg\" alt=\"\" width=\"360\" height=\"247\" srcset=\"https:\/\/schager.servus.at\/wp-content\/uploads\/1997\/01\/verlobung.jpg 360w, https:\/\/schager.servus.at\/wp-content\/uploads\/1997\/01\/verlobung-300x205.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 360px) 100vw, 360px\" \/><\/a><\/span><span style=\"color: #ffffff;\"><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica,sans-serif; font-size: xx-small;\">Verlobung in der b\u00fcrgerlichen Welt<br \/>\n29,7 x 42 cm, 1986<\/span><\/span><\/div>\n<div style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #ffffff;\"><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica,sans-serif; font-size: xx-small;\"><br \/>\n<\/span><\/span><\/div>\n<p>Liebe, Eros, Brutalit\u00e4t, das Suchen nach einem Konzept, die Umwelt zu verdeutlichen, etwas, das alle 4 K\u00fcnstler sehr wesentlich bewegt, scheint gerade bei Herbert Schager von einer eminenten Bedeutung zu sein. Von den 4 K\u00fcnstlern ist er wohl der eindeutigste und in seiner Direktheit auch offenste. Schagers Bildwelt gliedert sich in jene der Frau und in die des Mannes. Ganz offen, ganz klar. Dem Betrachter wird das Beziehungsproblem, Mensch &#8211; Umwelt, allerdings auch Mensch &#8211; Mensch besonders eindringlich vorgef\u00fchrt. Schager setzt dazu die Farben, die Linien, die die Figuren konturieren, ganz bewu\u00dft und mit einer gewissen Brutalit\u00e4t ein. Das Sensible des Strichs wird vorderhand ausgespart, ist kein Prinzip der Darstellung. Dem K\u00fcnstler geht es um die eindeutige Offenlegung des Problems, wie er es verstanden wissen will. Die Figuren sind ausdrucksstark mit Gef\u00fchlsdispositionen fast \u00fcberladen, werden zu Masken, demaskieren sich aber in ihren Handlungsabl\u00e4ufen und stehen zueinander, als w\u00fcrden sie aufeinander losgehen in ihrer Not, Angst und Zustandsgebundenheit. Die Figuren, die K\u00f6pfe, die Bewegungen, der Ausdruck, der den dargestellten Bildwelten anhaftet, sind von \u00e4u\u00dferster Gebundenheit an Zust\u00e4nden, die ihre Ursachen haben. Besonders herausgestrichen werden die Geschlechtspartien der Menschen: Angsttr\u00e4ume &#8211; oder doch eine Realit\u00e4t, wie sie allgemein gerne verdr\u00e4ngt wird. Die Realit\u00e4t hei\u00dft bei Schager brutale Konfrontation mit dem Leben. Der Mensch, der von 1000 Augen beobachtet wird, im Hintergund eine nackte Frau, die dem Geschehen zuschaut. Pl\u00f6tzlich fliegen W\u00fcrfel durch die Luft. Der Mensch verspielt sich gerade. Es k\u00f6nnen zu den Bildern von Schager Geschichten gefunden werden. Im Gegensatz zur allgemeinen &#8222;neuen Malerei&#8220;, wie sie vielfach in ihrer Expressivit\u00e4t und in ihrem Aus-dem-Bauch-herauskommen definiert wird, malt Schager vielfach Psychogramme &#8211; so kann dies aus den Bildern herausgelesen werden. Auch wenn er, \u00e4hnlich wie Brehm, und man soll die Querverbindung nicht g\u00e4nzlich \u00fcbersehen, Symbole setzt, die aus dem t\u00e4glichen Leben kommen, so setzt er sie aus dem Drang heraus, \u00fcber die Geschichte hinaus, die er zeichnet, zu formulieren. Dabei geht es ihm genausowenig um eine exakte Definition von diesem &#8222;einen&#8220; Menschen, sondern um die Feststellung eines bestimmten Zustandes. Meist sind die Figuren, ob m\u00e4nnlich oder weiblich, ihrer Umh\u00fcllung entbl\u00f6\u00dft. Nichts ist nackter als ein nachter Mensch, nichts ist offener als dieser, keine Geschichte im Bild k\u00f6nnte direkter erz\u00e4hlt werden. Und dies ist ein Ansatz, auf den sich der Betrachter bei den Bildern von Schager sofort einstellen m\u00fc\u00dfte. Manche Darstellungen scheinen peinlich, scheinen zu offenkundig. Es fragt sich also, was noch dahintersteckt. Das &#8222;Zustandsgebundene&#8220; des K\u00fcnstlers tritt bei diesen Arbeiten besonders in den Vordergrund. Es sind sehr bewegte Bilder, nichts, was stillstehen w\u00fcrde, nichts, was zur Beschaulichkeit animieren k\u00f6nnte. Die Existenzgebundenheit, n\u00e4mlich die des K\u00fcnstlers selber, wird anschaulich und sogar demonstrativ. Schager tritt als Maler auf. Er nimmt eine Position ein, die \u00fcber den distanzierenden Rahmen heraustritt und mit der Hand nach den Menschen greift, die ihn betreffen. Die Bildnisse sind vielfach kindlich &#8211; ganz bewu\u00dft -, weil sie direkt vom Kopf kommen und keinen intellektuellen Umweg hinter sich haben. Interpretiert man dazu die Farben, die in den Bildern die wesentliche Dominanz erreichen, dann ist dies das Rot, das Inhalt wie Form signalisiert. Die Farbe wird zus\u00e4tzlich zum Aggressor, zum Ver\u00e4u\u00dfern von Inhalten. Sie wird nicht spezifisch eingesetzt, sondern konturiert das gesamte Bildgeschehen. Das Rot neutralisiert jede andere Farbe, entmachtet und behauptet sich als Blickfang. Im Kontrast zum Schwarz wird das Rot manchmal sogar \u00fcberm\u00e4chtig und unterstreicht einmal mehr das Anliegen des K\u00fcnstlers, Bilder der totalen Konfrontation zu malen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/schager.servus.at\/wp-content\/uploads\/1997\/01\/macht_nacht.jpg\" rel=\"lightbox[5033]\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-5040\" title=\"macht_nacht\" src=\"http:\/\/schager.servus.at\/wp-content\/uploads\/1997\/01\/macht_nacht.jpg\" alt=\"\" width=\"360\" height=\"247\" srcset=\"https:\/\/schager.servus.at\/wp-content\/uploads\/1997\/01\/macht_nacht.jpg 360w, https:\/\/schager.servus.at\/wp-content\/uploads\/1997\/01\/macht_nacht-300x205.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 360px) 100vw, 360px\" \/><\/a><span style=\"color: #ffffff;\"><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica,sans-serif; font-size: xx-small;\">Die Macht der Musik bei Nacht<br \/>\n29,7 x 42 cm, 1986 <\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Herbert Schager: Welch ein Mensch! 50 Bl\u00e4tter nach der ECCE-HOMO-Mappe von GEORGE GROSZ<\/p>\n","protected":false},"author":7625,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[26,20],"tags":[],"class_list":["post-5033","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-german","category-texte"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/schager.servus.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5033","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/schager.servus.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/schager.servus.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/schager.servus.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/7625"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/schager.servus.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=5033"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/schager.servus.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5033\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":11069,"href":"https:\/\/schager.servus.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5033\/revisions\/11069"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/schager.servus.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=5033"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/schager.servus.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=5033"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/schager.servus.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=5033"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}